swiss wheely open
Wheelchair Floorball

Zoetermeer 2025.

Parafloorball Tournament Zoetermeer

Das Team Suisse trat mit einer Delegation von sieben Spielern und drei Staffmitgliedern beim Turnier in Zoetermeer (NL) an. Das Team bestand aus den Spielern: Urs Kläger, Mario Grab, Fabian Schmid, Stefan Bill, Benjamin Scheiwiller, Fabio Rosa und Giorgio Dal Monte sowie dem Staff, bestehend aus: Hanspeter Matzinger, Fredy Rickenbach und Paulo Rosa.



Nach einer tollen Eröffnungsfeier begann das Turnier für die Schweiz mit der Neuauflage des Finals Ende letzten Jahres in Schweden: Tschechien gegen die Schweiz. Wie so oft brauchen die Schweizer etwas Zeit, um ins Turnier zu finden und warm zu werden. Gegen diesen Gegner liegt dies aber nicht drin und nach einer Grosschance der Schweiz, die nicht genutzt werden konnte, geriet man in Rückstand. Leider konnte die Anfangsnervosität nie ganz abgelegt werden und trotz einigen guten Chancen, die nicht verwertet werden konnten, verlor die Schweiz das erste Spiel 3:0.

Weiter ging es mit Belgien. Diese Mannschaft hat vor allem zwei Spieler, welche aus jeder Lage aufs Tor feuern. Nicht immer platziert aber ziemlich scharf. In der ersten Hälfte konnte die Schweiz dies in Schach halten und ging nach einer sehenswerten Kombination über 4 Stationen in Führung. Einen Freistoss, unmittelbar vor dem Tor pfefferte Stefan ins linke hohe Eck - 2:0. in der zweiten Halbzeit war das Team Suisse nicht mehr ganz so nahe an den Gegenspielern und liess etwas zu viel Platz, weswegen Belgien ausgleichen konnte. Drei Minuten vor Schluss schoss Stefan das 3:2, welches auch das Endresultat bedeutete. Der erste Sieg ist Tatsache.

Das letzte Spiel des Tages fand gegen die Gastgeber aus Holland statt. Die erste Halbzeit war umkämpft, mit guten Chancen auf beiden Seiten. Ein Schuss der Schweizer küsste den ersten, dann den zweiten Pfosten, kullerte aber leider nicht über sondern nur auf der Torlinie entlang. Im Durchgang zwei erhielt man den ersten Gegentreffer durch ein Buebetrickli und auch das zweite liess nicht lange auf sich warten. Wäre dies nicht schon genug, kassierte die Schweiz durch einen Kommunikationsfehler im Team das dritte Gegentor, da Urs das Tor für einen sechsten Feldspieler verlassen wollte. Somit konnten die Holländer ungestört zum 3:0 einschieben. Am Schluss warf die Schweiz alles nach vorne und versuchte das Unmögliche möglich zu machen. Durch einen Konter zum 4:0 verlor man das Spiel jedoch klar.

Am zweiten Tag stand um 9.30 Uhr das Spiel gegen Schweden an. Die Schweden standen schon etwas unter Druck, da sie schon zwei Gruppenspiele verloren haben, was eher ungewöhnlich ist. Wie immer war das Kredo der Schweiz: aus einer gesicherten Defensive und schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Mit einer Willensleistung des gesamten Teams, konnte man gute Chancen der Skandinavier grösstenteils verhindern und Giorgio hatte sogar noch einen Pfostenschuss zu verbuchen. Mit einem 0:0 ging es in die Pause. Kurz nach der Pause gingen dann doch die Schweden mit einem Weitschuss ins linke untere Eck in Führung. Trotz noch 2-3 guten Chancen zum Ausgleich und einer Druckphase, in der die Schweden ins Ballhalten übergingen, was als grosses Kompliment der Schweiz gegenüber verstanden werden kann, ging das Spiel mit dem knappest möglichen Resultat verloren.

Das zweite Spiel des Tages fand gegen die Amerikaner statt. Dies war eine Pflichtaufgabe und ein Sieg budgetiert. Die Schweizer wurden den Erwartungen gerecht und gewannen 8:0.

Der Freitag stand unter dem Stern der Pflichtaufgaben, denn auch Spiel Nummer drei war eine solche. Gegen Irland musste ein Sieg her, um sicher die Halbfinals zu erreichen. Die Iren standen kompakt hinten und verbarrikadierten das Tor, die Schweiz gestaltete das Spiel. Gute Abschlüsse waren vorhanden, aber immer wieder war ein Rad zwischen Ball und Tor und so ging man mit einem 0:0 in die Halbzeitpause. Das Team aus der Schweiz wusste aber, wenn man so weiterspielt und geduldig bleibt, wird irgendwann das erste Tor fallen. Genau so kam es auch und das erlösende 1:0 für die Rotweissen fiel endlich. Man konnte förmlich spüren, wie sich die Anspannung etwas löste und danach gelangen noch drei weitere Tore. Man hatte das Spiel im Griff, musste jedoch immer auf schnelle Konter gefasst sein. Schlussendlich konnten die Schweizer einen ungefährdeten 4:0-Sieg nach Hause bringen. Ein Arbeitssieg, in dem das Team um Captain Giorgio  keinen einzigen Schuss aufs eigene Tor zulassen musste.

Samstag bedeutet an den Turnieren auch immer Finaltag. Das zweite Halbfinale hiess Schweiz - Tschechien und so hofften die Schweizer, Revanche für die Turnierstartniederlage nehmen und ins Finale einziehen zu können. Es war ein harter Kampf, das Team aus der Schweiz hat im Gegensatz zum ersten Spiel einige kleine taktische Veränderungen vorgenommen und so konnte man gut mithalten und die Tschechen unter Druck setzen. In der Mitte der ersten 20 Minuten konnte die Schweiz dank eines Weitschusses 1:0 in Führung gehen. Mit aggressivem Pressing und guten Spielauslösungen aus der Defensive hinaus, gab es noch weitere gute Chancen für die Schweiz. Nun hiess es, genau so kontrolliert weiterspielen und die Chancen, zu denen man kam, in Zählbares umzumünzen. Tschechien musste, je länger das Spiel dauerte, mehr riskieren und so kamen sie zum 1:1-Ausgleich. Das Team Suisse hatte über das ganze Spiel die klareren Chancen aber der Ball wollte die Torlinie nicht mehr überqueren - sei es aus Unvermögen der Stürmers wegen oder aus Pech, da man an der Latte scheiterte. Die letzten fünf Minuten stand der tschechische Torhüter unter Dauerbeschuss und doch fiel das entscheidende Tor nicht. So kam es, wie es in der Vergangenheit schon oft kommen musste und das Penaltyschiessen stand an. Leider verlor die Schweiz dieses mit 3:1. Mund abwischen und sich bereit machen fürs Spiel um Platz 3 gegen Schweden, welche ihr Halbfinale 2:1 gegen Holland verloren.

Schweden. In der Schweizer Sportgeschichte hatte dieses Land, welches im Ausland immer mal wieder gerne mit der Schweiz verwechselt wird, der Schweiz sportartenübergreifend schon viele schmerzhafte Niederlagen bereitet. Das Team Suisse wollte diese Serie nach dem Halbfinale Ende 2024 erneut reissen lassen. Dies gestaltete sich jedoch als schwieriges Unterfangen und das Team Suisse war vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt. Trotzdem erreichte man ein Zwischenziel und ging mit einem 0:0 in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff ging es grösstenteils weiter, wie es aufgehört hatte, jedoch fand einer der vielen Schüsse von Schweden nun den Weg ins Tor - und dies dank eines Weitschusses.  Die Schweden kamen so also zum Tor, welches sie in Führung brachte und etwas in Sicherheit wiegte. Die Schweiz glaubte jedoch an ihre Chance und dank einem langen Ball, welcher der schwedische Verteidiger nicht abfangen konnte, startete man über rechts den Gegenangriff, spielte den Ball zentral in den Slot und den Abpraller verwandelte Mario zum 1:1. doch wie sagt man so schön: die ersten zwei Minuten nach einem geschossenen Tor sind die wichtigsten. Nach dem Anpfiff im Mittelkreis musste man Isaksson ziehen lassen, das prompte Gegentor und das Unentschieden wieder hergeben. Die Schweiz kämpfte bis zum Schluss, doch diesmal waren die Skandinavier zu abgeklärt und gewannen das Spiel schlussendlich 4:1. das Team Suisse beendete das Turnier in Zoetermeer auf dem vierten Platz.

Fazit:

Das Team hat in Zoetermeer einmal mehr bewiesen, dass Wille, Leidenschaft und gegenseitige Unterstützung mehr zählen als der Tabellenrang. Jeder einzelne hat seinen Beitrag geleistet – auf und neben dem Feld – und gemeinsam hat man gezeigt, dass die Schweiz auf einem sehr guten Weg ist.
Wir nehmen viele positive Erfahrungen, starke Momente und wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause. Mit diesem Teamgeist und der gezeigten Entwicklung dürfen wir Stolz sein und voller Zuversicht auf die kommenden Turniere blicken.

Text: Benjamin Scheiwiller
Foto: Rodi Hulsmann

Halbfinal: https://youtu.be/ZEPl_x8mjWw?t=9188
Spiel Platz 3: https://youtu.be/ZEPl_x8mjWw?t=16564