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Bourges 2019
Prag Wheel Open 2019
Paragames Breda 2019
Prag Wheel Open 2018
Malmö Open 2018
Paragames Breda 2017
Prag Wheel Open 2016
Prag Wheel Open 2015
Paragames Breda 2015
Prag Wheel Open 2014
Paragames Breda 2013
Prag Wheel Open 2012
Bourges 2019, 1. Internationales Unihockeyturnier in Frankreich
Bourges, mitten in Frankreich, war der Austragungsort des ersten französischen Rollstuhl Unihockey Turnieres.
Sechs Mannschaften haben an diesem zweitägigen Turnier teilgenommen. Das Team Suisse war mit 10 Spielern, 2 Coaches und 4 Begleiter angereist.
Am ersten Tag waren fünf Spiele für das Team Suisse angesagt. Also gegen alle Gegner ein Spiel über 2x15 Minuten.
Belgien, verstärkt mit zwei holländischen Spielern, war der erste Gegner. Wir gerieten 2:0 in Rückstand, liessen uns aber nicht entmutigen und erreichten am Schluss noch ein 2:2-Unentschieden.
Das zweite Spiel gegen die Tschechen verloren wir ganz kurz vor Schluss 0:1 durch ein unnötiges «Hoher Stock»-Vergehen und dem daraus sehr schnell ausgeführten Freistoss.
Es ging Schlag auf Schlag und so mussten wir praktisch vom Mittagstisch direkt aufs Spielfeld eilen. Das war nicht die optimale Vorbereitung und wir verloren das Spiel gegen Holland mit 4:0.
Weiter ging es mit den Lokalmatadoren aus Frankreich. In Breda haben wir sie im Spiel um Platz 3 besiegt, also waren wir guter Dinge. Auch in dieser Partie fanden wir jedoch nicht zu unserem Spiel und verloren auch dieses 3:0. Als letztes warteten die «jungen Holländer», die nicht alle so jung sind. Dieses Spiel ging hin und her, am Schluss hiess es 2:2-Unentschieden. Das Highlight des Tages aber war das Tor von Fabienne. Ihr erstes Tor überhaupt im Team Suisse.
Damit waren wir nach dem ersten Spieltag auf Rang 6 als Letzter klassiert. Verloren war aber noch nichts. Die beiden Erstklassierten (Tschechien und Holland) waren direkt im Halbfinal, die anderen zwei Plätze wurden übers Kreuz ausgespielt. Als Sechster trafen wir also auf den Dritten der Vorrunde, unsere Gastgeber, die Franzosen.
Es war das erwartet harte Spiel, in dem die Franzosen wieder blockten (verboten im Unihockey) was das Zeug hielt. Diesmal waren wir aber konzentrierter und hielten voll dagegen. Benji konnte im Gewühl vor dem Tor das 1:0 erzielen. In seinem ersten Turnier nach langer Zeit wegen krankheitsbedingtem Ausfall, hat er sich dieses Tor richtiggehend erkämpft. Dabei blieb es, wir haben es geschafft und waren im Halbfinale. Damit war das Minimalziel erreicht.
Holland war unser Gegner im Halbfinale. Die Devise lautete, mit stabiler Defensive und dem Kontern zum Sieg zu kommen. Doch schon beim ersten Angriff gelang Ihnen das 1:0. Wir behielten aber die Nerven und spielten von nun an defensiv solid. Je länger das Spiel ging, desto mehr versuchten wir auch offensive Akzente zu setzen. Im letzten Angriff - 10 Sekunden vor Schluss - spielte Fabio schnell auf Stefan und dieser wiederum in die Mitte zu Mario, der den Ball irgendwie ins Netz bugsierte. 1:1 nach regulärer Spielzeit. Die Holländer geknickt, wir im Hoch. Die zehnminütige Golden-Goal-Verlängerung brachte keinen Sieger hervor, also war das Penaltyschiessen angesagt. Je fünf Schützen. Holland fing an aber Urs, unser Torhüter, hielt. Mario versenkte unseren ersten Penalty. Nachdem Holland vier Mal an Urs «The Wall» nicht vorbeikam, konnte der nächste Penalty das Spiel für uns entscheiden. Fabian liess sich keine Nervosität anmerken und versenkte den Ball eiskalt ins linke Obere Eck. Leck du mir am Tschöpli. Wer hätte das für möglich gehalten. FINALEEE.
Der Final ging über 3x20 Minuten gegen den Turnierfavorit Tschechien, die alle ihre Spiele gewonnen hatten. Die Geschichte des Finales ist dann schnell erzählt. Nach anfänglicher harter Gegenwehr liessen unsere Kräfte, nach diesen zwei sehr intensiven Tagen, allmählich nach. Am Schluss stand es standesgemäss 6:0 für die Tschechen, es hätte aber über diese lange Spielzeit auch schlimmer kommen können.
Wer hätte das gedacht, dass es dieses Jahr noch besser kommt. Der 3. Platz in Breda an den Paragames war ja schon ein Highlight. Dass wir es hier sogar bis ins Finale geschafft haben, ist ein nächster unglaublicher Moment in der Geschichte des Team Suisse. Angetrieben von unseren Coaches, die uns immer signalisierten, dass alles möglich sei, man muss nur daran glauben und dafür kämpfen, haben wir hier ein stolzes Resultat für das Schweizer Rollstuhl Unihockey erspielt.
Vielen Dank an Trainer und Betreuer, die einiges an Nerven an der Seitenlinie verbraucht haben während dieser zwei Tage.
Rangliste Turnier Frankreich
1. Czech Republic
2. Team Suisse
3. Holland
4. Young Holland
5. France
6. Belgium
Prag Wheel Open 2019
Zum 7. Mal nahm das Team Suisse am Prag Wheel Open teil.
Die gleichen Spieler wie schon in Breda, gut einen Monat vorher, plus Christian der immer mit nach Prag kommt bildeten dieses Jahr das Team Suisse.
Prag ist im Gegensatz zu Breda ein Clubturnier und kein Nationenturnier. Aber da wir in der Schweiz nur ein Team zusammenbringen, können wir dort trotzdem teilnehmen.
Je 3 Teams aus Holland und Tschechien dazu Nacka Hi aus Schweden waren unsere Gegner. Es gab eine Vollrunde in der jeden gegen jeden spielte.
Am ersten Tag ging es gleich heftig für uns los. Wie gewohnt haben wir Probleme am Anfang eines Turnieres gegen Clubteams, die sich gewohnt sind Meisterschaften in ihrem Land zu spielen.
Gegen Nacka Hi und Haag88 gab es dann auch klare 4:1 und 5:1 Niederlagen. Auch unser letztes Spiel am ersten Tag gegen den aktuellen tschechischen Meister Stiri verloren wir. Allerdings nur ganz knapp mit 1:0. Ausser dem Nationalfeiertag gab es ansonsten nichts zu feiern an diesem 1. August.
4 Spiele warteten auf uns am zweiten Tag.
Gegen Kampong aus Holland verloren wir 2:0. Auch der nächste Gegner kam aus Holland, Doing der aktuelle Meister. Die vom Captain angeregte Umstellung der Positionen brachte nicht das gewünschte Resultat. Zur Pause lagen wir 1:0 zurück und unser Experiment wurde abgebrochen. Es wurde wieder in den gewohnten Positionen gespielt. Unser Wille es besser zu machen war aber vorhanden. Mario spielte zudem neu im Rollstuhl von Fredy. Das beflügelte ihn im wahrsten Sinne. Er schoss das Ausgleichstor zum Schlussresultat zum 1:1. Unser erster Punkt an diesem Turnier.
Im nächsten Spiel gegen SKV Praha gingen wir mit 2:0 in Führung. Nach überstandener Unterzahl verloren wir unerklärlicher Weise die Konzentration. SKV konnte innert 2 Minuten ausgleichen. Ein persönliche Willensleistung des Captains brachte uns wieder 3:2 in Führung. Aber auch das reichte nicht. Am Schluss stand es nach weiteren 2 Toren für Praha trotzdem 4:3 für den den Gegner.
Damit war klar das wir 8 in der Vorrunde sind und das letze Spiel eigentlich bedeutungslos ist. Wir schonten dann auch unsere Kräfte und verloren 2:0 gegen Tatran, welche gewinnen mussten um in den Halbfinal zu kommen.
Am letzen Tag spielten wir als 8 gegen den 5 der Vorrunde. Das war FBC Stiri der Tschechische Meister der letzten 3 Jahre. Sie hatten mittlerweile aufgerüstet und einen zusätzlichen Spieler der die ersten beiden Tage nicht dabei war. Selbstverständlich ein Nationalspieler. Schon nach 30 Sekunden lagen wir mit 1:0 zurück. Nach der Pause mussten wir dann auch das 2:0 hinnehmen. Wir fanden darauf ein wenig besser in Spiel und konnten das Anschlusstor erzielen. Auch nach dem 3:1 gaben wir noch nicht auf und kamen nochmals auf 3:2 heran. Dann war aber auch schon Schluss.
In unserem letzen Spiel ging es um Platz 7 und 8. Der Gegner hiess Haag88. Unser Vorrundenspiel gegen sie war ja nicht unbedingt unser bestes. Wir wussten aber eigentlich was wir falsch gemacht haben. Wir begannen gut und hatten ihre gefährlichen Spieler relativ sicher im Griff. Nach einem schnell ausgeführten Freistoss konnte Mario den Ball ins Tor ablenken. 1:0 für uns. Eine Unkonzentriertheit führte dann aber zum Ausgleich. Nach der Pause konnte der Captain der Holländer einen individuellen Fehler unsererseits nutzen und auf 2:1 erhöhen. Nach einem Schuss von der Mittellinie war Urs zum dritten mal geschlagen. Eine 2 Minutenstrafe überstanden wir, konnten dann aber nicht mehr reagieren und verloren schlussendlich auch das letze Spiel. Somit Platz 8 und letzter des Turnieres.
Fazit:
Letztes Jahr Jahr schrieb ich an dieser Stelle von einer eigentlichen Sensation, obwohl wir auch dort kein Spiel gewannen wurden wir 5 von 7. Ich muss feststellen, dass das Niveau am Prag Wheel Open ständig steigt. Spielen doch eigentlich nur die Top Mannschaften aus den 3 führenden Nationen. Dazu wir aus der Schweiz die meistens nicht genügend Spieler im Training haben um überhaupt 5 gegen 5 trainieren zu können. Zuversichtlich stimmt mich, dass jeder einzelne Spieler selbstkritisch ist und eigentlich auch weiss woran es happert um noch einen weiteren Schritt vorwärts zu kommen. Aber eben mit der angesprochenen Trainingssituation ist dies halt sehr schwierig zu erreichen.
Trotzdem sind die Trainer jetzt gefordert, die angebrachte Kritik in konstruktive Trainings umzuwandeln. Den Worten müssen Taten folgen.
In Anbetracht dieser Situation bin ich auch mit diesem Turnier eigentlich doch sehr zufrieden. Natürlich nicht mit den Resultaten und der Platzierung. Niemand wird gerne letzter. Aber wir wurden nie abgeschlachtet wie in früheren Jahren auch schon mal, konnten praktisch immer dagegen halten. Wir gingen auch mehrfach in Führung und haben die Gegner teilweise bis zum äussersten gefordert.
Ich bin Stolz, Captain dieses Team sein zu dürfen.
3-2-1 Hopp Schwiiz
Paragames Breda 2019
Zum 4. Mal nahm das Team Suisse an den Paragames in Breda teil. Ein Nationenturnier mit 10 Mannschaften. Zum ersten Mal mit dabei Irland und die USA.
Das Teams Suisse bestand nur aus 7 Spieler, davon einer der Torhüter. Wir hatten als nur einen Spieler zum wechseln zu Verfügung.
Gruppenspiele
Unser erstes Spiel war gleich gegen den Topfavorit Schweden. Konnte also gar nichts schiefgehen. Nachdem wir trotz aller taktischen Anweisungen doch schon in der 3. Minute ein Tor kassiert haben, wurde schon das schlimmste befürchtet. Aber wir konnten den Schaden in Grenzen halten und verloren «nur» mit 6:0.
Das zweite Spiel gegen den Neuling Irland war ein wenig schwierig. Einerseits wussten wir das sie zwei ungalublich schnelle Spieler haben, andererseits waren sie naturgemäss mit Stock und Ball noch nicht so geübt. Wir schafften es aber nicht ein ruhiges genaues Passspiel aufzubauen um uns so 100% Torchancen zu erabeiten. Wohl hatten wir mehr Abschlüsse aber der Torhüter war auch sehr reaktionsschnell. Eine zwei Minuten Strafe unseres Captains überstanden wir souverän und hätten als er wieder reinkam, fast das Tor erzielt. Aber fast zählt nicht, daher kam an Ende ein 0:0 heraus.
Zum Abschluss des Tages war der Gastgeber Holland Gegner. Holland gelangen zwei Tore. Wir konnten zuwenig Offensivaktionen kreieren, und die holländischen Schiedsrichter taten das ihrige dazu, damit da keine Spannung mehr aufkam.
Da die Mittagessen Organisation der Holländer wieder mal zu wünschen übrigliess, gönnten wir uns am Abend ein schönes Stück Fleisch im einem Steakhouse im Zentrum von Breda. Tischtennis und UNO bildeten den Abschluss des Abends.
Am zweiten Tag war um 08:00 Uhr unser letzes Gruppenspiel gegen Deutschland angesetzt. Wir wollten natürlich top vorbereitet in dieses Spiel gehen und waren darum auch schon um 07:15 vor der Halle. Die Türe war verschlossen. Jemand der Sie hätte aufmachen können war nicht in Sicht. Nach 20 Minuten konnten wir dann endlich rein. Ein bisschen hässig haben wir unseren Ärger an den Deutschen ausgelassen uns sie mit 8:0 vom Platz gefegt. Platz 3 in der Gruppe. Zwischenziel erfüllt.
Viertelfinale
Als dritter der Gruppe A spielten wir gegen den zweiten der Gruppe B. Dies waren die jungen Holländer. Aber wir wissen ja, zwischen den jungen Holländer und dem Nationalteam besteht kein grosser Unterschied. Die Spieldauer war auf 3 x 15 Minuten angesetzt. Was Angesichts unseres dünnen Kaders nicht unbedingt ein Vorteil war. Also hiess es mal gutstehen und keine Chancen zulassen. Was uns auch problemlos gelang. Im zweiten Drittel bekamen wir einen Freistoss gleich nach der Mittellinie zugesprochen. Fabio hielt drauf und der Ball landete im Netz. Jetzt war Feuer im Dach in der holländischen Ecke. Hatte doch vorher schon die Nationalmannschaft gegen die Franzosen ihren Viertelfinal verloren. Durch eine Zweiminutenstrafe kurz vor Schluss, muss unser Torhüter nochmals sein ganzes Können aufbieten um das 1:0 über die Runden zu retten. Was dann auch geschah. Wow unglaublich, wir hatten es tatsächlich ins Halbfinale geschafft.
Halbfinal
Am Samstag morgen stand dann eben dieser Halbfinal an. Und wieder hiess der Gegner Schweden, die von ihrer Favoritenrolle noch nichts eingebüsst hatten. Zudem betrug die Spielzeit nun 3 x 20 Minuten. Wir starteten gut und konnten die Schweden gut in Schach halten. Irgenwann gab es aber den kleinen Fehler. Die Schweden nutzen in konsequent aus und gingen in Führung. Erst im zweiten Drittel konnten die Schweden nachlegen und das Score erhöhen. Im letzen Drittel spürte man dann deutlich, dass unsere Kräfte aufgebraucht waren. Kunststück konnten die Schweden jeweils den kompletten Block wechseln. Am Ende hiess es dann standesgemäss 11:0 für den Turnierfavorit.
Nun gab es 5 Stunden Pause für uns bis das Spiel um den 3. Platz anstand. Mittlerweilen war aber die Sommerhitze, die in der Schweiz Ende Juni herrschte auch in Breda eingetroffen. Daher war es gar nicht so ein einfach sich in der Hitze zu erholen.
Spiel um Platz 3
Nach den Platzierungspielen um die hinteren Plätze begann unser Spiel gegen die Franzosen. Auch dieses wieder über 3x 20 Min. Wie viele Mannschaften waren auch die Franzosen mit 2 Blöcken am Start. Da hiess es natürlich auch die Kräfte gut einteilen. Wir starteten gut konnten das Spiel am Anfang sogar bestimmen und gingen im ersten Drittel in Führung. Ein verletzungsbedingter temporärer Ausfall in unserer Mannschaft zwang die Trainercrew zur Umstellung. Dabei ging die Ordnung auf den Spielfeld kurzfristig verloren. Wir mussten den Ausgleich noch im ersten Drittel zulassen. Mit viel Tape und Handsschuhen wurde die Verletzung «geflickt». Danach fanden wir die Ordnung wieder. Es gab auf beiden Seiten Chancen aber man wollte auch nicht zuviel riskieren. Es war aber mehr als ein BigSave von unserem Torhüter nötig, damit wir nicht in Rückstand gerieten. Als die Franzosen dann ihrem Captain und Lenker ihres Spiels im letzten Drittel eine Pause gönnten, nutzten wir ihre kleine Unordnung und erzielten das 2:1. Damit war die Ruhepause des französischen Captains sogleich wieder vorbei. Wir hatten noch einige bange Schlussminuten zu überstehen. Unsere Trainer und Helfer Crew war, am Geschrei von der Seitenlinie an, wohl nahe am Herzinfarkt. Selten sehnt man eine Schlusssirene so sehr herbei, doch dann war es geschafft. 3. Platz an den Paragames in Breda hinter Schweden und Tschechien.
Fazit
Das ist einfach unbeschreiblich. Mit so einen knappen Kader dieses Resultat ist der Wahnsinn. Sicher brauchten wir auch Glück aber die Leistung jedes einzelnen ist einfach ausserordentlich.
An dieser Stelle geht der Dank vorallem an unsere Trainer und Helfercrew. Ohne euch wäre das gar nicht möglich. Ich bin Stolz auf jeden einzelnen Spieler, nicht nur wegen dem Resultat auch wegen den Fortschritten während dem Turnier. Der Bereitschaft zuzuhören sich ständig weiter verbessern zu wollen aus Fehlern lernen und einfach nie aufzugeben. 3-2-1 Hopp Schwiitz.
Rangliste Paragames Breda 2019
1. Schweden
2. Tschechien
3. Team Suisse
4. Frankreich
5. Holland
6. Holland 2
7. Belgien
8. Deutschland
9. Irland
10. USA
Prag Wheel Open 2018
Im Team Suisse waren in diesem Jahr mit Fabio, Giorgio und Julian drei Prag Neulinge dabei. Zusammen mit Stefan, Benji, Stefano, Urs, Fabian und Christian waren wir Total 9 Spieler. Hanspeter war als Trainer dabei sowie auch Antonella, Alessio und Rolf als Fahrer, Helfer, Wasserträger, Motivatoren, Organisatoren, Mechaniker, ... Vielen Dank für euren tollen Einsatz und das mitschwitzen in Prag.
Diesmal waren nur 7 Mannschaften am Start. Marokko hatte Visum Probleme, und konnte daher nicht teilnehmen. Welche Überraschung. Somit wurde der Spielplan ganz kurzfristig geändert. Anstatt zwei Gruppen, ging es im Modus jeder gegen jeden und dann noch Platzierung Spiele.
Das heisst es gab für jedes Team acht Spiele. Am ersten Tag standen bei uns gleich vier auf dem Programm. Zuerst mussten wir gegen Tatran und danach gegen SKV Praha beide aus Tschechien antreten. Beide Spiele verloren wir knapp, das zweite nach einer 1:0 Führung. Danach ging es gegen die beiden Holländischen Teams. Auch die verloren wir wieder beide nur knapp. Fazit des ersten Tages. Gut gekämpft nie aufgegeben und in jedem Spiel mindestens ein Tor geschossen.
Am zweiten Tag hatten wir nur zwei Spiele, die Gegner waren allerdings der aktuelle Tschechische Meister Stiri und Der schwedische Vizemeister Nacka Hi.
Gegen Stiri konnte wir lange mithalten. Benji und Giorgio wechselten die Seite im Angriff was auch prompt erfolgt brachte und Benji das Tor zum 1:1 Ausgleich erzielen konnte. Am Schluss hiess es dann trotzdem 3:1 für Stiri.
Das letzte Gruppenspiel war eigentlich nur noch eine Pflichtübung. In der Glutofenhitze von Prag war es nicht einfach die Konzentration hoch zu halten. Am Schluss hatten wir uns tatsächlich ein 2:2 erkämpft. Giorgio glänzte dabei als Doppeltorschütze. Unser erster und einziger Punkt in den Gruppenspielen.
Am letzten Tag standen damit für uns die Spiele um Platz 5 bis 7 an. Schon um 09:00 Uhr mussten wir gegen Tatran antreten. Nach 1:0 Führung hatten wir mehrere Chancen auf das 2:0 aber es wollte nicht fallen. Kurz vor Schluss nahm Tatran den Torhüter raus und setzte so noch mehr Druck auf. Ein äusserst präziser und harter Schuss, nahezu unhaltbar, 40 Sekunden vor Schluss verhinderte unseren ersten Sieg. Schade.
Kurz darauf fand unser letztes Spiel des Turnieres gegen SKV Praha statt. Auch dieses Spiel war hart umkämpft wir gaben auch nach Rückstand nie auf. Am Schluss hiess es auch hier unentschieden 2:2. Tatran und SKV Praha spielten gegeneinander auch 1:1 unentschieden. Somit hatten alle Teams gleich viel Punkte. Schlussendlich entschied der letzte Punkt auf der Regelliste, die Fairplay Wertung, zu unseren Gunsten.
Damit erreichten wir schlussendlich tatsächlich den 5. Platz. Hinter uns gelassen haben wir nicht irgendjemand, sondern immerhin den zweit und viertplatzierten der Tschechischen Liga.
Am Abend an der Abschlussparty mit offizieller Rangverkündigung und Preisübergabe gab es dann noch eine freudige Überraschung. Unser Torhüter Urs wurde zum besten Torhüter des Turnieres gewählt. Für die einen eine Überraschung für mich persönlich schon fast erwartet. Denn Urs hat ein sehr starkes Turnier gespielt.
Fazit:
Unglaubliche Leistung aller Spieler des Team Suisse. Was wir hier erreicht haben ist eigentlich eine kleine Sensation. Alle anderen Teams sind sich gewohnt regelmässig Meisterschaften in ihrem Land zu spielen. Wir hingegen können nur immer trainieren und an solchen Turnieren teilnehmen.
Nie haben wir höher als mit 2 Toren Differenz verloren. Früher gab es auch schon mal eine 10:0 Klatsche.
Klar sieht man das wir taktisch und spielerisch nicht auf gleichen Niveau sind wie die anderen. Uns passieren mehr Fehler wir geben den Ball zu schnell wieder her. Aber das alles haben wir mit Einsatz und Kampfgeist wettgemacht.
Ich bin Stolz was wir hier erreicht haben. Danke Jungs.
Rangliste:
1. Stiri / CZE
2. Kampong / NL
3. Nacka / SWE
4. Doing / NL
5. Team Suisse / CH
6. SKV Praha / CZE
7. Tatran / CZE
Video Links:
1. Tag:
Tatran - Team Suisse 3:1
Team Suisse - SKV Praha 1:3
Team Suisse - Doing 1:2
Team Suisse - Kampong 1:2
2. Tag:
Stiri - Team Suisse 3:1
Team Suisse - Nacka 2:2
3. Tag
Tatran - Team Suisse 1:1
Team Suisse - SKV Praha 2:2
Bilder
Malmö Open 2018
Anreise
Im Rahmen der Malmö Open findet auch ein internationales Unihockey Turnier in Schweden statt.
Dieses Jahr war das Team Suisse das erste Mal mit dabei. Dabei begab man sich auf Neuland was die Anreise betraf. Bis anhin waren wir immer nur mit Minibussen auf Reise. Aufgrund der Distanz kam diesmal aber nur der Luftweg in Frage.
Wir flogen also nach Kopenhagen und mieteten dort einen Bus fürs Material und zwei weitere Fahrzeuge für die insgesamt 14-köpfige Delegation vom Wheelchair Floorball Team Suisse. Davon 10 SpielerInnen. Schon um 4:30 Uhr mussten wir uns am Flughafen Zürich einfinden.
Da wir eigentlich dachten, dass wir auch am Freitagnachmittag auch spielen werden, flogen wir schon mit dem ersten Flieger um 07:00 von Zürich aus los. Das Abholen der Mietwagen kostete uns einige Zeit, sodass wir kurz vor Mittag in unserem Hotel in Malmö ankamen.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in die Sporthalle und absolvierten ein kurzes Training. Danach schauten wir uns in der Eishalle gleich nebenan ein Gruppenspiel im Para Ice Hockey (früher bekannt als Sledge Hockey) an.
Fürs Abendessen nahmen wir die 800m Weg vom Hotel zum einem Steakhouse im Zentrum von Malmö unter die Füsse resp. Räder. Obwohl die Aussentemperatur «nur» um den Nullpunkt anzeigte, trug der Wind dazu bei, dass es sich eher wie Minus 10° anfühlte.
Danach war dann für die meisten schnell mal Bettruhe angesagt, der Tag begann ja für alle sehr früh.
Spieltag
Am Samstag stand um 10:00 Uhr unser erstes Spiel gegen Grif Invalidos an. Die schwedische Mannschaft war sehr eingespielt und kombinierte gekonnt. Wir konnten aber gut dagegenhalten. Ihr Torhüter war allerdings ein Riesentier von einem Mann und hatte dazu noch ein komplett verschalter Rollstuhl. Aber Giorgio fand doch eine Lücke und wir konnten wenigsten ein Tor schiessen. Trotzdem verloren wir mit 5:1.
Den zweiten Gegner, FBC Stiri, aktueller Tabellenführer der tschechischen Liga, kannten wir schon aus anderen Turnieren. Gespickt mit vielen Nationalspielern, wussten wir, dass dieses Spiel nicht einfacher werden würde. Aber auch in diesem Spiel erwischte Giorgio den gegnerischen Torhüter und konnte das Ehrentor für das Team Suisse erzielen.
Im dritten Spiel gegen Umea aus Schweden erhofften wir uns eigentlich am meisten Chancen. Mehrere von unseren Spielern waren allerdings schon angeschlagen, und einer fiel während dem Spiel für den Rest des Turnieres ganz aus. Aber wir liessen uns nicht unterkriegen und Fabio konnte in der zweiten Hälfte den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielen. Wir liessen nichts unversucht und liefen dann kurz vor Schluss in einen Konter zum 3:1 Schlussresultat. Damit war klar, dass wir den Halbfinal verpassen würden.
Finaltag
Am Morgen des Finaltages mussten wir bereits um 08:00 Uhr unser letztes unbedeutendes Gruppenspiel gegen den schwedischen Serienmeister Nacka Hi austragen. Wir kämpften, mit dem was wir noch hatten, gegen eine Kanterniederlage an und wollten trotzdem versuchen, auch in diesem Spiel ein Tor zu erzielen. Wir waren sehr nahe dran aber am Schluss hiess es trotzdem 6:0 für Nacka.
Nach dem zweiten Frühstück an dem sehr guten Buffet in unserem Hotel checkten wir aus und begaben uns für die Finalspiele, leider halt nur als Zuschauer, in die Sporthalle zurück.
Dort schauten wir auch den Para IceHockey Final, den zwei russische Mannschaften unter sich austrugen. Eine sehr dynamische Sportart, der eine oder andere von uns wäre nicht abgeneigt, dies auch mal auszuprobieren.
Den Final im Wheelchair Floorball Turnier trugen dann wie erwartet Nacka Hi gegen FBC Stiri aus. Nacka dominierte das ganze Spiel und gewann es dann doch nur knapp mit 1:0.
Fazit
Auch wenn wir vier Niederlagen kassierten, hatten wir eine Menge Spass an diesem Turnier - nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.
Aber einmal mehr müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir noch sehr, sehr viel arbeiten müssen, um auch nur annähernd auf ein Niveau zu kommen, um gegen Mannschaften wie Stiri oder Nacka bestehen zu können.
Prag Wheel Open 2017
Alljährlich findet vom 3. bis 5. August das Prag Wheel Open statt. Das Prag Wheel Open ist ein internationales Turnier, an welchem Unihockeymannschaften (grösstenteils aus dem europäischen Raum) sich während den drei Tagen ihre Kräfte auf dem Spielfeld messen. Wie schon viele Jahre zuvor hat auch dieses Jahr wieder das Team Swiss am Turnier teilgenommen. Dieses Jahr trat es mit den Spielern Benjamin Scheiwiller, Christian Betl, Fredy Rickenbach, Stefan Bill, Fabienne Ernst, Stefano Costa, Urs Kläger und mir, Fabian Schmid, an. Zusätzlich begleitet wurden wir von Coach Hanspeter Matzinger und seiner Lebensgefährtin sowie der ehemaligen Spielerin und professionellen Anfeurerin Monika Rickenbach, Kameramann Alessio Bill und Antonella Bill, welche eifrig dafür gesorgt hat, dass wir nicht dehydrierten.
Die Reise beginnt
Pünktlich um 9:00 versammelten wir uns vor der Sporthalle Erlen, wo sich unser Team normalerweise jeden zweiten Samstagmorgen zum Training einbefindet. Unsere zwei Cars, welche vom Handballclub Kreuzlingen gesponsert wurden, standen schon bereit, um alle Taschen und Rollstühle zu verladen. Nach gut zwanzig Minuten hatte sich jeder ein Plätzchen geschnappt und die Fahrt konnte bereits losgehen. Obwohl man sich mal kurz aus den Augen verloren hat, verlief die Fahrt (zumindest auf den Teilstrecken, auf welchen ich wach war) ziemlich reibungslos. Nach rund zehn Stunden Autofahrt (inklusive einem kleinen Zwischenstopp) kamen wir im „Top Hotel“ in Prag an. Von aussen schien es seinem Namen gerecht zu werden. Auch die offizielle Eingangslobby und die Korridore des Gebäudes machen einen luxuriösen Eindruck. Doch beim Beziehen der Zimmer gab es bereits erste Probleme. Die Hotelzimmer waren zu eng für die Rollstühle, das Bad praktisch unbegehbar. Als mein Zimmergefährte Stefano und ich dann auch noch ein bereits belegtes Zimmer bekommen haben, stand fest, dass wir neue brauchten. Und nach einigem Verhandeln mit dem Rezeptionisten konnten wir dann geeignetere Zimmer beziehen.
Nach einem solchen Ereignis darf das Essen nicht lange auf sich warten lassen, schliesslich standen am nächsten Tag bereits die ersten Matches bevor. Kurzerhand entschloss man sich daher, gemeinsam beim KFC zu speisen, wie das richtige so Sportler machen. Zurück im Hotel setzte mach sich zum Ausklang des Tages noch kurz in die Hotellobby und verabschiedete sich anschliessend auf die Zimmer.
Erste Spiele
Obwohl ich nicht besonders ausgiebig geschlafen habe, traf ich mich pünktlich und fit mit den Anderen am Morgentisch. Das Buffet war reich bedeckt, dennoch fiel das Morgenessen etwas karg aus. Nach einer rund viertelstündigen Fahrt kam das Team Swiss bei der Sporthalle an. Von aussen konnte man bereits die Musik hören, welche bei jeder Spielunterbrechung aufgedreht wurde, gefolgt von lautem Stimmengewirr. Drinnen fanden bereits die ersten Spiele statt. Davon bekamen wir jedoch nicht viel mit, da wir uns einmal in der Halle eingerichtet haben.
Kurz vor unserem ersten Spiel standen wir dann am Rand des Feldes, ausgerüstet mit Hockeyschlägern und Wasserflaschen, bereit, dem ersten Gegner gegenüber zu stehen. Tatran Střešovice (Tschechien) gewann 2016 das Swiss Wheely Open. Dementsprechend hoch war meine Anspannung, als mir auffiel, dass dies unsere ersten Gegner waren. Noch grösser war jedoch die Freude, als Christian das erste Goal für die Schweiz geschossen hat. Trotz unserer defensiven Spielweise und mehreren Konterversuchen gelang es uns nicht, ein weiteres Tor zu erzielen. Als dann die Sirene das Ende der zweiten Halbzeit verkündete, und es 1:2 für Tatran stand, konnte man uns die Enttäuschung schon ansehen. Doch der Unmut verwandelte sich schnell wieder in Elan, als es nach dem Mittag wieder aufs Feld ging.
Das erste Goal fiel zwar für die gegnerische Gruppe Wheel Wolf (Polen), doch wir liessen uns nicht unterbringen. Und nach 24 Minuten hartnäckigem Kampf siegten wir schlussendlich mit einem 3:2. Zum Ende des Tages stand uns das letzte Spiel gegen Haag 88 (Holland) bevor. Haag 88 ist ein Team, welches einen schnellen Spielstil hat und dauernd in unsere Spielhälfte vorgedrungen ist. Schnell einmal viel das 0:1. Doch auch von unserer Seite zeigte sich starker Widerstand. Leider konnten wir kein Goal mehr erzielen, doch haben wir auch keine mehr gekriegt, was schon eine ziemliche Leistung ist. Da ich mitbekommen habe, dass es gegen diese Mannschaft schon deutlich tiefere Resultate erspielt worden waren, kann man trotz der Niederlage von einem bemerkenswerten Einsatz des ganzen Teams sprechen.
Nach all diesen Spielen war das Abendessen wohlverdient. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel machten wir uns auf in Richtung Prager Innenstadt. Gegessen wurde auf einer Terrasse, welche zum Botel „Matylda“ gehört. Das Restaurant liegt an einer idyllischen Lage direkt über dem See und ist zwischen den zwei Boten aufgespannt, welche zum Botel gehören. Das Essen liess ziemlich auf sich warten, doch die gute Stimmung machte dies wieder wett. Und als dann die Teller auf dem Tisch standen, waren die Gemüter definitiv gestillt. Zurück im „Top Hotel“ zog man sich bereits wieder auf die Zimmer zurück. Mit Schlaf hatte diese Nacht wahrscheinlich keiner der Spieler besonders Mühe.
Hartnäckig am Ball bleiben
Der zweite Spieltag forderte uns auf dem Feld deutlich härter heraus. Kurz vor der üblichen Mittagszeit spielten wir gegen unseren ersten Gegner, FBC Štíři ČB (Tschechien). Die enorme Schusskraft und Treffsicherheit dieser Mannschaft machte uns ziemlich zu schaffen. Schlussendlich wurden insgesamt sieben Torre geschossen, welche alle von den Gegnern erzielt wurden. Trotz einer ziemlich deutlichen Niederlage kann man auch von diesem Spiel sagen, dass unser Team sein Bestes gegeben hat und laut den Resultaten ebenfalls stärkeren Wiederstand geleistet haben als andere.
Auch das zweite Match verlief nicht sehr vielversprechend. Nacka HI (Schweden) spielte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und einem extrem starken Zusammenspiel auf dem Feld. Spieler kreisten dauernd ums Goal und im Slot herum, was einen als Verteidiger ziemlich nervös machen kann. In diesem Spiel kassierten wir erneut einige Treffer, doch in der letzten Spielphase konnte man sehen, dass unser Team sich nicht so leicht geschlagen gibt. Schlussendlich konnten wir ein Gegentor erzielen, und haben somit ein starkes Durchhaltevermögen gezeigt.
Nach einem solch ermüdenden Spieltag machte sich die ganze Gruppe zurück zum Hotel, wo beschlossen wurde, gemeinsam beim Inder zu speisen. Nach einem ausgezeichneten Mal und einem kurzen Zusammensitzen in der Bar endete auch der dritte Tag unserer Reise.
Letzter Spieltag
Die Zeit in Prag verging mir viel zu schnell. Schon war der dritte Tag angebrochen und wir hatten erneut zwei Spiele vor uns. Das erste Spiel wurde gegen das Team SKV Praha ComAp (Tschechien) ausgetragen. Erneut erzielten wir das erste Goal. Doch bereits nach der ersten Halbzeit stand es für das gegnerische Team, und schlussendlich belief sich das Resultat auf 3:1. Langsam konnte man (zumindest bei mir) die Erschöpfung erkennen und die Kriegsverletzungen vom Vortag waren auch nicht sonderlich fördernd.
In unserem letzten Spiel trafen wir auf eine weitere Holländische Mannschaft, die Kampong Wheely's. Trotz ihrem eleganten Spielstil fiel unser 1:0 schon in der ersten Halbzeit. Dies konnten wir bis zu der zweiten auch halten. Schlussendlich erzielten dann unsere Gegner doch noch ein Tor, weswegen das Spiel durch einen Penalty entschieden wurde. Nach einer unerwarteten Aktion, als der gegnerische Goali aus dem Tor gesprintet kam, war das Spiel mit 1:2 besiegelt.
Die Enttäuschung war deutlich zu spüren. Mit Sicherheit wäre es ein Spiel gewesen, welches man hätte gewinnen können. Dennoch möchte ich als Folgendes bemerken; Als erstmals Teilnehmender kann ich keine wirklichen Vergleiche zwischen unserer Leistung in Bezug auf die letzten Jahre definieren. Was mir diese drei Tage jedoch gezeigt haben, ist, dass wir als Team trotz der teilweise klaren Überlegenheit der Gegner nie aufgegeben haben. Die Leistungen können wir mit Sicherheit noch steigern, doch der Teamgeist und die Motivation und Freude am Spiel ist auf jeden Fall vorhanden. Dies machte das Turnier zu einem tollen Erlebnis. Für die Möglichkeit, an einem solchen Event teilzunehmen möchte ich mich bei der ganzen Crew herzlich bedanken und freue mich darauf, noch viele weitere Jahre Seite an Seite mit euch an zukünftigen Turnieren teilzunehmen.
Und nun zurück zum eigentlichen Bericht…
Eine Reise endet
Nach einer ausführlichen (und meiner Meinung nach ziemlich umständlichen) Rangverkündigung wurden alle Rollstühle und Schläger in den Cars verstaut. Im Hotel angekommen, blieb uns nur wenig Zeit, bevor wir uns für die Abschlusszeremonie im Restaurant zusammen mit den anderen Teams trafen. Unter fast schon klaustrophobischen Umständen zwängten wir uns zu dreizehnt um einen Tisch und warteten bis alle Teams sich versammelt haben und der offizielle Teil begann. Es wurde uns ein warmes Buffet offeriert, Fotos gezeigt und Spielerehrungen verteilt. Nach einem Dankeschön von Seiten des Organisators verbrachten die Teams den Rest des Abends untereinander. Nach einem heiteren Abend mit viel Gelächter und munterer Stimmung endete auch der letzte Tag in Prag. Natürlich durfte auch der obligatorische Schlummertrank nicht fehlen. Und nach einem Glas (eventuell auch zwei oder drei) machte man sich langsam zu den Zimmern auf. Oben angekommen wurde vor dem Schlaf noch vom geschenkten Bier gekostet. Dies natürlich nur, um Platz im Koffer zu schaffen, schliesslich hiess es ja auch der Neuling muss alles mitnehmen.
Schon früh morgens versammelten wir uns beim Carplatz, und nur wenige Minuten später war unsere Gruppe auch schon unterwegs. Die Fahrt verlief erneut grösstenteils wie geplant. Und nach einem kurzen Abstecher ins ländliche Deutschland kamen wir erschöpft doch heil wieder in Erlen an. Nach einer Verabschiedungsrunde ging dann jeder seines Weges.
Zuletzt möchte ich mich erneut beim ganzen Team sowie den Begleitern bedanken. Ich hoffe ich ihr habt an diesem Bericht Freude gefunden und die wichtigsten Ereignisse wurden erwähnt.
Merci und Ade
Fabian Schmid
Resultate:
Tatran Stresovice - Team Suisse 2:1
Wheel Wolf - Team Suisse 2:3
Team Suisse - Haag 88 0:1
Team Suisse - FBC Stiri CB 0:7
Viertelfinal: Nacka HI (SWE) - Team Suisse 10:1
Halbfinal um Platz 5: Team Suisse - SKV Praha ComAp Team 1:3
Spiel um Platz 7: Kampong - Team Suisse 1:1 (2:1 nach Penalty)
Paragames Breda 2017
Bericht von Fabienne Ernst:
Am Mittwoch 21.06. machte sich das Team Swiss auf den Weg zu den Paragames in Breda NL. Wir trafen uns bereits morgens um 07.00. Die erste Hürde wartete bereits beim Verladen des Materials. Tetris spielen auf hohem Niveau war angesagt, damit auch alle Rollstühle und Gepäckstücke in die beiden Busse passten. Wie es sich herausstellte sah die Aufgabe aber anspruchsvoller aus, als sie schliesslich war. Denn unsere beiden Fahrer Fredy und Hanspeter hatten das Verladen zusammen mit Captain Stefan wunderbar im Griff. Als alles verladen war, ging die 10 stündige Reise los. Die Stimmung war fröhlich und alle voller Vorfreude. In den angenehm klimatisierten Bussen reiste es sich sehr komfortabel, trotzdem waren wir alle froh, als wir am frühen Abend endlich in Breda eintrafen. Die überschaubaren Zimmer waren schnell bezogen, die Zimmereinteilung ja bereits im Vorfeld gemacht worden. Nach dem Abendessen und gemütlichem Beisammensein ging es schon bald Richtung Bett, schliesslich warteten drei Tage harter Wettkampf auf uns. Am Donnerstag hiess unser erster Gegner Kanada. Mit unserem erspielten 4:0 konnten wir durchaus zufrieden sein. Uns war klar, dass wir im nächsten Match gegen Schweden nicht als Sieger hervorgehen würden. Dieses Team spielt einfach unglaublich gut. Doch unser Ehrgeiz war geweckt und wir wollten uns nicht kampflos geschlagen geben. Zum Schluss siegte Schweden mit einem 5:0. Das dritte Spiel gegen die Niederlande haben wir mit 1:0 verloren. Diese Niederlage hat etwas an uns genagt. Schliesslich hat es sehr lange nach einem Unentschieden, wenn nicht sogar nach einem Sieg für uns ausgesehen. Aber für Trübsal blasen blieb uns keine Zeit. Unser Coach Hanspeter hat uns motiviert nach vorne zu schauen und uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Das Spiel gegen Frankreich haben wir mit 7:0 gewinnen können. Die Spieler der französischen Mannschaft haben zum ersten Mal an den Paragames teilgenommen. Die meisten von ihnen sind erst 3 Monate zuvor das erste Mal mit Rollstuhlunihockey in Kontakt gekommen. Trotzdem waren sie mit vollem Herzen dabei und waren immer für einen Spass zu haben. Und genau das macht unseren Sport unter anderem aus.
Das letzte Spiel am Donnerstag hatten wir gegen die Tschechen. Es war ein sehr harter Kampf und immer wieder ein Zittern. Wir haben alles gegeben und haben eine sehr gute Teamleistung und ein sehr gutes Spiel gezeigt. Am Ende haben wir dann doch knapp mit 3:2 verloren. Die Enttäuschung war gross. Doch auch hier war unser Coach zur Stelle. Er hat uns aufgezeigt, was uns gut gelungen ist und uns motiviert, die Niederlage bis zum nächsten Tag wegzustecken. Denn wenn wir noch den 4. Platz erreichen wollten, mussten wir am zweiten Tag an genau die Leistung des letzten Spiels anknüpfen. Doch davor konnten wir das Beisammensein im Team geniessen. Wir haben uns am Abend zusammengesetzt und einen Jass «geklopft» und uns mit anderen Teams unterhalten.
Und schon wurde es Freitag. Der Start in den zweiten Tag gelang uns nicht wunschgemäss. Unser Spiel war kopflos und chaotisch. Und das konnten wir uns gegen the young Netherlands nicht leisten. Die Quittung dafür war eine 2:0 Niederlage. Auch jetzt galt es einmal mehr, die Niederlage wegzustecken und nach vorne zu blicken. Denn nun mussten wir alle noch bevorstehenden Matches gewinnen, wenn wir uns noch einen Platz im Halbfinale sichern wollten. Im Team wurde viel diskutiert und sich gegenseitig ausgetauscht, was noch verbessert werden könnte. Man hat richtig gemerkt, dass unser Ehrgeiz, die nächsten Matches alle zu gewinnen, mehr als geweckt war und der Teamgeist wuchs stetig. Man merkt wirklich, dass wir mit jedem Turnier als Mannschaft noch enger zusammenwachsen. Es ist nichts mehr zu spüren von den anfänglichen zwei Lagern, Zürich und Thurgau. Wir sind zu einem Team zusammengewachsen.
Das zweite Spiel an diesem Tag war das gegen die Polen. Ein harter Gegner, ein harter Kampf, der sich dieses Mal jedoch auszahlte. Wir konnten die Polen mit 1:0 schlagen. Und darüber haben wir uns mehr als nur gefreut. Die Motivation raste in die Höhe. Das Spiel gegen Deutschland konnten wir mit 7:0 gewinnen. Stand also nur noch Belgien auf dem Plan. Diesen Gegner durften wir keinesfalls unterschätzen. Letztes Jahr am Swiss Wheely Open haben sie uns mit ihrem starken Spiel sehr überrascht. Wir haben uns ganz gut geschlagen, obwohl es zwischenzeitlich einige Unstimmigkeiten und Verwirrungen durch die Schiri Entscheidungen gab. Am Schluss sind wir aus diesem Match mit 2:1 als Sieger herausgegangen. Nun ging das grosse Rechnen und Spekulieren los. Hat es für das Halbfinale gereicht? Hat sich das Kämpfen ausgezahlt? Wir wussten es lange nicht, da nach uns noch weitere Spiele stattfanden, die die gesamte Tabelle noch beeinflussten. Es ging also erst einmal ab unter die Dusche. Wir machten uns bereit für das gemeinsame Abendessen in der Stadt Breda. Wir haben ein sehr gutes Essen und einen sehr gemütlichen Abend im Steakhouse genossen. Nach dem gemütlichen Abend im Steakhouse gings zur Eröffnungsfeier der Paragames. Nach der Feier gings im Mannschaftsbus zurück ins Hotel zu einem erneuten Jassabend. Dieses Mal hatten wir auch Zuschauer von anderen Teams und es wurde ein lustiger Abend. Unterdessen war klar, dass es leider nicht fürs Halbfinale gereicht hatte. Wir würden am dritten Tag erneut gegen the young Netherlands um Platz 5 und 6 spielen. Einerseits etwas enttäuscht, andererseits jedoch hochmotiviert. Wir wollten den Holländern zeigen, dass wir sie schlagen konnten. Es war ein harter Kampf, vor allem auch, weil wir jetzt 2x20 Minuten spielten und nicht mehr 20 Minuten, wie in den Gruppenspielen. Im letzten Spiel ging es hin und her. Einmal waren wir im Rückstand, konnten dann ausgleichen und sogar kurzzeitig in Führung gehen. Die Emotionen kochten hoch. Freude und Frust wechselten sich ab. Am Schluss haben wir mit 5:4 leider verloren. Im ersten Moment war der Frust gross. Wir hatten uns definitiv mehr erhofft, als Platz 6. Doch die vielen Komplimente für unser gutes Spiel und dass wir uns sehr verbessert hatten seit dem SWO 2016 taten gut. Am Samstagabend haben wir an der Afterparty die Turnieratmosphäre gebührend ausklingen lassen. Es wurde gefeiert und getanzt bis in die Morgenstunden. Einfach eine tolle Stimmung und ein super Abend.
Am Sonntagmorgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den 10 stündigen Heimweg. Die Atmosphäre in den Bussen war gut. Die einen holten noch ein wenig Schlaf nach während die anderen die letzten Tage noch einmal Revue passieren liessen. Es war ein tolles Erlebnis und wir freuen uns bereits jetzt auf das Prag Wheel Open anfangs August.
Gruppenspiele:
Team Suisse - Kanada 4:0
Team Suisse - Schweden 0:5
Team Suisse - Holland 0:1
Team Suisse - Tschechien 2:3
Team Suisse - Frankreich 7:0
Team Suisse - Young Holland 0:2
Team Suisse - Polen 1:0
Team Suisse - Deutschland 7:0
Team Suisse - Belgien 2:1
Platzierungsspiel um Platz 5/6
Team Suisse - Young Holland 4:5
Schlussrangliste:
1.Schweden
2.Tschechien
3.Holland
4.Polen
5.Young Holland
6.Team Suisse
7.Belgien
8.Kanada
9.Frankreich
10.Deutschland
Prag Wheel Open 2016
Benji, Stefano, Urs, Fredy, Stefan und Christian waren wie schon letztes Jahr dabei im Team Switzerland. Neu dazugekommen ist Fabienne. Als Begleiter wiederum dabei Antonella und Alessio, dazu Monika die letztes Jahr noch gespielt hat.
Wir bestritten das Eröffnungsspiel gegen Pilsen. Team Switzerland ist ja bekanntlich ein sogenannter Langsamstarter. Diesmal lag der Ball schon nach 21 Sekunden im Tor. Aber nicht in unserem Tor, sondern beim Gegner. Benji hatte gleich die erste Möglichkeit genutzt. Urs hielt unser Tor rein während der ganzen Partie. Wir auf dem Feld hingegen liessen Tor um Tor folgen. Am Schluss ein deutlicher 9:0 Sieg für uns. Stefano gelang dabei sein erstes Tor überhaupt für das Team Switzerland.
Das zweite Spiel gegen EU-Elites verloren wir unglücklich 1:0.
Im dritten Spiel des Tages wartete das starke tschechische Team FBC Stiri CB auf uns. Unsere neue Defensivtaktik ging nicht wahnsinnig gut auf. Nach dreieinhalb Minuten lagen wir schon 3:0 hinten. Unter anderem durch 2 Tore von Tomáš David, der am Schluss als bester Spieler des Turnieres ausgezeichnet wurde. Danach konnten wir uns ein wenig besser auf den Gegner einstellen, mussten aber nochmals 4 Tore zum Schlussresultat von 7:0 zulassen.
Im letzten Gruppenspiel am Freitagmorgen, war Nacka HI, der aktuelle Schwedische Meister, wie erwartet zu stark für uns. 6 Tore, 3 davon vom besten Torschützen des Turnieres Alexander Brorsson, kassierten wir.
Vierter Rang in der Gruppe und Viertelfinal gegen den Sieger der andern Gruppe. Dieser hiess Wheel Wolf und kommt aus Polen. Dieses Spiel ging über 3 x 15min, nicht nur zweimal wie die Gruppenspiele. Erwartungsgemäss hatten wir nicht den Hauch einer Change und mussten ein Stängeli hinnehmen. 10:0 für die Polen.
Damit trafen wir am Samstagmorgen im ersten Spiel um die Plätze 5 bis 8 auf den aktuellen holländischen Meister Haag88. Nach den letzten 3 Spielen war unsere Verteidigung die meistens aus Stefano und Fabienne bestand aber mittlerweile geübt im Schüsse blocken. Auch wenn dies das eine oder andere Aua bedeutete. Wir konnten die erste Halbzeit torlos überstehen. Zur zweiten Halbzeit mussten Sie dann schon ihren besten Mann einwechseln um zu Chancen zu kommen. Dieser nutze dann aber sogleich seine ersten in der 17. Minute. Das war aber das einzige Tor auch uns gelang leider keines in diesem Spiel.
Zum Schluss stand für uns das Spiel um Platz 7 an. Dies brachte uns einen bekannten Gegner. Die EU-Elites. Da war doch noch was gutzumachen. Gab es doch im ersten Spiel einige Reibereien. Dieses Spiel wollten wir auf jeden Fall gewinnen. Es war dann Benji, unser Topscorer, der einen Fehler in der Gegnerischen Verteidigung eiskalt ausnutzte und in der 8 Minute zum 1:0 traf. In der 12. Minute traf Fredy nach einem schnell ausgeführten Freistoss zum 2:0. Da unsere Chancenverwertung nicht gerade berauschen war, wurde es nach dem Anschlusstor in der 21. Minute am Schluss doch noch nervenaufreibend. Auch unsere Begleiter waren froh als die Schlusssirene ertönte und unser Sieg gefeiert werden konnte.
Gefeiert wurde dann auch am Abend bei der Turnier Party. Dabei gab es noch eine freudige Überraschung für unser Turnierneuling Fabienne. Sie wurde als „The best female Player“, beste Spielerin des Turnieres ausgezeichnet. Durch ihren Kampfgeist und ihre Nehmerqualitäten hat Sie diese Auszeichnung auch redlich verdient. Davon zeugen auch einige blaue Flecken. Herzliche Gratulation dazu.
Vielen Dank an alle Spieler und Begleiter. Es war wieder eine tolle Zeit auf und neben dem Spielfeld. Danke auch an die vielen guten Wünsche und Unterstützung via WhatsApp.
Team Switzerland - Meteor Pilsen 9:0
EU-elites vs Team Switzerland 1:0 ab 43:30
FBC Stiri - Team Switzerland 7:0
Team Switzerland - Nacka Hi 0:6
Team Switzerland - Wheel Wolf 0:10
Prag Wheel Open 2015
Nach 2012 und 2014 nahm das Team Switzerland nun zum dritten Mal am Clubturnier in Prag teil.
Da Giorgio in letzter Minute noch ausfiel, waren wir nur mit insgesamt 7 Spielern am Start.
Stefan, Stefano und Benji vom RC Zürich, Urs, Moni und Fredy vom RC Thurgau dazu Christian vom RC St. Gallen. Plus Antonella, Alessio und Rolf als Betreuer, Kameramann, Fahrer, Fans und generelle Unterstützung.
Der Spielplan bescherte uns einen fast freien Tag am Donnerstag. Die einen nutzen dies für einen Ausflug mit der Standseilbahn auf den Aussichtsturm Petrin. Die Standseilbahn ist nicht wirklich rollstuhlgängig, was aber auch nicht erstaunt wurde sie schon im Jahre 1891 eröffnet. Aber mit ein wenig Fussgänger Unterstützung sind die Treppen und Einstiege zu meistern. Der Turm selbst hat einen Lift bei dem nicht zu breite Rollstühle reinpassen. Die zweite Gruppe rekognoszierte derweil an der Moldau die verschiedenen kulinarischen Möglichkeiten.
Am Nachmittag fanden wir uns dann in der Sporthalle ein um festzustellen dass der Spielplan wie üblich schon arg im Verzug lag. Gelegenheit für die einen ihr „vergessenes“ Trikot im Hotel zu holen.
Gegner unseres ersten und einzigen Spiels am Donnerstag, war Eskilstuna HIF aus Schweden. Den Gegner kannten wir noch nicht. Aber es war klar dass die Schweden sowieso grosser Favorit sein werden. Nach 32 Sekunden lag der Ball nach einen Freistoss schon das erste Mal in unserem Tor. Bis fast zur 10 Minute konnten wir die Schweden dann ein wenig aufhalten. Aber vor der Pause mussten wir noch zwei Tore zulassen. Die Schweden liessen Ball und Gegner auch in der zweiten Halbzeit laufen, resp. Fahren. Wir fanden nie wirklich den Zugriff auf das Spiel. Fast schon wie gewohnt an jedem Turnier brauchen wir viel zu lange um uns zurechtzufinden. In der zweiten Halbzeit mussten wir dann nochmals 5 Tore hinnehmen zum Schlussresultat von 8:0.
Am Freitag standen dann für uns 3 Gruppenspiele auf dem Programm. Das erste um 09:00 Uhr gegen das ComAp Team aus Prag. Auch da gelang uns der Start nicht optimal und wir langen nach 4 Minuten schon 2:0 zurück. In der siebten Minute konnte ein Prag Spieler den Ball nur noch im eigenen Torraum stehen abwehren, was einen Penalty zu Folge hatte. Diesmal hielten die Nerven und der Captain versenkte den Penalty. Unser erstes Tor gab uns natürlich Auftrieb.
Das Spiel wogte hin und her. In der 21. Minute, legte Benji mustergültig den Ball für Stefan auf. Der nütze den Verkehr vor dem Tor und versenkte den Ball in die untere linke Ecke. 2:2 Ausgleich. Die Tschechen nutzen jetzt ihr grosses Kader und wechselten fleissig frische Kräfte ein.
Es brauchte aber einen Zauberschuss in rechte obere Eck um Urs zum 3:2 zum Bezwingen. 4 Minuten vor Schluss prallte der Ball dann unglücklich von Benji Stuhl in unser Tor. Schlussresultat 4:2, das konnte sich sehen lassen, obwohl da vielleicht ein wenig mehr drin gelegen hätte.
Tubanten aus Holland hiess der zweite Gegner am Freitag. Obwohl der Name neu für uns, waren doch einige Gesichter aus früheren Matches gegen Holland bekannt. Also auch nicht unbedingt ein leichtes Spiel. Auch hier erwischten wir wieder einen Kaltstart. Die Holländer wie gewohnt Ballsicher mit scharfen präzisen Pässen konnten uns ein ums andere Mal ausspielen. In der 9. Minute waren wir schon 3:0 hinten. Danach rafften wir uns auf und steigerten uns. Nachdem Christian mustergültig auf Stefan auflegte ging der Schuss aber klar am Tor vorbei. Dann in der letzten Minute eine ähnliche Situation Monika passt zu Stefan, diesmal zappelt der Ball im Netz zum 1:3 Anschlusstreffer. Gleich beim darauffolgenden Bully am Mittelkreis eroberten wir den Ball und der Schuss ab der Mittellinie wir vom Torhüter knapp abgewehrt. Dass hätte nochmals spannen werden können, aber so blieb es bei dieser 3:1 Niederlage.
Im letzten Gruppenspiel ging es gegen den Turnierveranstalter TJ Tatran STřešovice. Dort spielt auch Zdeněk Krupička mit, einer der besten und vor allem schnellsten Tschechen. Wir wussten also dass wir ihn im Auge haben mussten. Zu Beginn hatten wir alles unter Kontrolle. Nach gut 6 Minuten erschien er auf dem linken Flügel und hatte freie Schussbahn. Diese nutze er eiskalt aus und traf präzise und unhaltbar in rechte obere Eck. Danach waren wir aber im Spiel und konnten einige gute offensiv Aktionen starten. Wir hatten uns gut eingestellt auf die immer gleichen Angriffsversuche von Tatran. Je länger das Spiel dauerte desto mehr hatte man das Gefühl dass da noch was drin liegt. Stefano lenke einen Freistoss leider nur an den Pfosten. In den letzten 5 Minuten waren wir am Drücker. Fredy hat sich vors Tor geschlichen und reagierte am schnellsten auf einen Abpraller und drückte den Ball über die Linie. Ausgleich und noch zweieinhalb Minuten zu spielen. 5 Sekunden vor Schluss noch ein Freistoss für uns von ganz hinten. Langer Ball nach vorne Stefano schiesst und verpasst um Haaresbreite den Siegtreffer.
Mit diesem Unentschieden war das Turnier dann für uns auch schon zu Ende. Leider werden die letzten Plätze nicht ausgespielt somit hatten wir am Schlusstag spielfrei.
Anstelle zu spielen besuchten wir das Einkaufzentrum Chodov das ganz in der Nähe des Hotels ist. Wenigstens war es dort angenehm kühl. Für das Spiel um Platz 3 und den Final begaben wir uns wieder in die Sporthalle. Die Temperatur dort drin wie die letzten beiden Tage knapp 40 Grad.
Im Final standen sich die beiden schwedischen Teams gegenüber. Nacka Hi konnte seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen und Schlug Eskilstuna mit 4:1. Wir beendeten das Turnier schlussendlich auf dem 9. Rang.
Fazit:
Wie in jedem Turnier haben wir am Anfang unglaublich Mühe zu unserem Spiel zu finden. Da wir so wenige Ernstkämpfe auf diesem Niveau auf dem Grossfeld bestreiten, dauert es immer zu lange bis wir die Abstimmung im gefunden haben. Je länger das Turnier dauert umso besser finden wir uns zurecht. Wir können durchaus zufrieden sein. Ausser dem ersten Spiel konnten wir immer mithalten. In Stock-/Ball Handling, Passqualität und Schusstechnik gibt es aber noch Grosse Baustellen beim Team Switzerland.
Schon in gut einem Monat in Breda haben wir weitere Gelegenheit auf höchstem Niveau ein Turnier zu bestreiten. Die Paragames in Holland stehen dort an.
Vielen Dank an alle Spieler und Begleiter, es war trotz der Hitze wieder eine schöne und lustige Zeit in Prag. Danke auch an die daheimgebliebenen für die moralische und whatsappige Unterstützung.
Paragames Breda 2015
Vom 17. bis 20. September 2015 fanden für das Team Suisse die zweiten Para Games nach 2013 in Breda (NL) statt. Die Para Games wiederholen sich alle zwei Jahre.
Da sich die Schweizer Formation nun doch schon seit ca. zwei Jahren regelmässig in Erlen trifft, um auf dem Grossfeld zu trainieren, ging man durchaus mit positiven Gefühlen ins Turnier. Das erklärte Ziel - wenn es dieses dann überhaupt so gab - war, dass man sich sicher vor den Deutschen und evtl. den Belgiern platzieren kann.
Das Team bestand aus einem Grossteil der Zürcher des Rollstuhlclubs Zürich, doch auch die Thurgauer waren stark vertreten. Namentlich bedeutet dies: Stefan Bill, Jan Gähwiler, Stefano Costa, Moritz Schütz, Benjamin Scheiwiller, Kevin Impric, Gabriel Haupt (alle RCZ), Fabienne Ernst, Fabio Rosa, Markus Böni und Remo Truniger (alle Thurgau).
Der erste Turniertag begann für die Schweizer mit einem Knaller gegen Schweden. Schweden war Titelverteidiger und gleichzeitig auch wieder Kronfavorit auf den diesjährigen Titel, da das Team aus Skandinavien im Moment das Mass aller Dinge ist.
Für die Schweizer hiess dass, realistisch betrachtet, das erste Spiel mit Ruhe anzugehen, sich an den Rhythmus zu gewöhnen und hinten kompakt zu stehen. Da man sich im Team Suisse von Beginn zum Ende eines Turnieres bisher immer steigern konnte, war dieses Spiel nicht unbedingt ein ungünstiges Startspiel. Wie gedacht, ging es dann auch leider mit 9:0 zugunsten der Blau-Gelben aus. Im Schweizer Team liess man sich aber nicht entmutigen und wusste, wenn man die Chancen in den nächsten Spielen packt, liegt etwas drin.
Das nächste Spiel war gegen das Land mit dem Ahornblatt aus Übersee. Es war schwierig, das Team einzuschätzen. Am letzten Turnier hatte dieses ein zweifacher Paralympics-Sieger vom Rollstuhlbasketball in der Aufstellung.
Demzufolge umkurvte er seine Gegner ohne grosse Mühe und stürzte diese so im Alleingang in eine hohe Niederlage. Dieses Jahr war er jedoch nicht dabei. Somit lag Kanada durchaus in Reichweite. Das Team mit dem Kreuz auf der Flagge zog schnell mit 5:0 davon. Es hätte zu diesem Zeitpunkt auch eine Führung mit einer sechs Tore Differenz sein können. Da ein Tor des Schweizer Topscorers Jan aber fälschlicherweise aberkannt wurde, weil der Schiedsrichter die Regeln nicht kannte und noch "in Ausbildung" war, blieb es vorläufig bei den fünf Toren. Kanada kam zum 5:1 Anschlusstreffer doch das Team der Eidgenossen blieb weiterhin konzentriert und wurde nicht nervös. Das Endresultat lautete 8:2 zugunsten der Schweizer.
Mit grosser Verspätung im Spielplan stand dann noch das dritte und letzte Spiel gegen den Neuling aus Frankreich an. Die Gefahr bestand, dass einige aus dem Team die Neulinge unterschätzten. Dies merkte man prompt in der Anfangsphase. Es war ein harziger Start mit guten Möglichkeiten für die Franzosen. Diese konnten die Partie ziemlich lange ausgeglichen gestalten. Als jedoch das erste Tor für das kleinere der beiden Nachbarländer fiel, platzte der Knoten und man hatte das Spiel im Griff. Schliesslich resultierte ein klarer 9:0-Sieg und man konnte mit guten Gefühlen an den nächsten Tag denken.
So sorgenfrei wie gehofft verlief dann der Abend aber leider doch nicht. Markus litt an einer Magenverstimmung und musste den zweiten Turniertag als Zuschauer verfolgen. Demzufolge wurden die zwei Blöcke im Vergleich zum ersten Tag ein wenig umgestellt. Es ging um viel im ersten Spiel gegen Deutschland, wenn man das anfangs formulierte Ziel auch verwirklichen wollte. Ein hart umkämpftes Spiel entwickelte sich mit Chancen auf beiden Seiten. Schliesslich sorgte Jan - wie schon so oft - für die erlösenden zwei Tore in den Schlussminuten und man konnte auch dieses Spiel gewinnen. Gerne hätte man sich ein etwas komfortablerer Sieg gewünscht, dennoch: Sieg ist Sieg.
Die Holländer, welche neben den Schweden und den Tschechen zu den Top drei gehören, waren die nächsten Gegner. In den ersten Jahren, in denen die Schweiz erste internationale Erfahrungen sammeln konnte, war man noch chancenlos und wurde stets mit zweistelligen Resultaten vom Feld gefegt.
Doch zurück in die Gegenwart. Wir wussten, dass man kompakt stehen muss und wir nur selten in die Offensive gehen können. Dies war dann auch so. Man konnte das 0:0 bis nach der Pause halten und konnte die Angriffe relativ gut in Schach halten. Die Offensive der Schweizer war aber leider nicht sehr durchschlagkräftig. Am Schluss ging man beim Handshake mit einer 4:0-Niederlage vom Platz. Wir konnten aber trotz der Niederlage von einer guten Partie sprechen und den Holländern doch schon ziemlich Paroli bieten.
Der nächste Sieg liess nicht lange auf sich warten. Im Spiel gegen das Nachbarland der Holländer, die Belgier, besiegte man diese 2:1. Es sah aber lange nicht sehr gut aus, man lag bald 1:0 in Rückstand und die Schweizer bissen sich an der massierten belgischen Mauer die Zähne aus. In den Schlussminuten konnte das Spiel dennoch gewonnen werden.
Am dritten und zweitletzten Spieltag spielten die Schweizer gegen die Tschechen. Da man schon im Halbfinale stand, konnte dieses Spiel ohne Druck angegangen werden. Trotzdem wollte man natürlich noch einmal alles geben. Man geriet schnell 3:0 in Rückstand, hatte aber die Taktik und die Spielweise vom tschechischen Team durchschaut und relativ gut im Griff. Zwischenzeitlich konnte man den Anschlusstreffer zum 3:1 erzielen und hatte auch sonst gute Chancen. Als die Schlusssirene ertönte, waren es trotzdem die Tschechen, die über ein 4:1 jubeln konnten. Das Gezeigte auf dem Platz war aber vom ganzen Team sehr stark.
Wie schon angetönt, stand eine knappe Stunde später das Halbfinale an. Wieder ging es gegen die Schweden. In den Halbfinal-, Final- und Platzierungsspielen werden drei Drittel à 20 Minuten gespielt, also eine halbe Stunde länger als in den Gruppenspielen und so lange wie ein „normales“ Unihockeyspiel.
Nüchtern gesehen war uns bewusst, dass wir keine Chance gegen die Schweden hatten. Man hat das Ziel aber mit dem Erreichen des Halbfinals ganz klar erreicht, wenn nicht sogar übertroffen. Das Spiel ging 13:0 verloren.
Am letzten Spieltag begegneten wir nochmals den Tschechen im Spiel um Platz 3. Diese haben ihren Halbfinal auch klar und deutlich gegen Holland verloren. Die Motivation der Schweizer war sehr gross. Uns war bewusst, wir können diese Tschechen durchaus ärgern, wenn alles perfekt zusammenspielt. Dies hat auch die doch relativ knappe Gruppenspielniederlage gezeigt.
Schnell wurde man aber von der Realität auf den Boden geholt. Durch ein frühes, nicht zwingendes Tor lag man gleich zu Beginn im Rückstand. So ging es weiter. Man verlor das Spiel 12:2. Dies hatte sicher auch mit der längeren Spielzeit zu tun und mit dem Abschlussglück des Gegners. Bei den Tschechen fiel fast jeder Schuss ins Netz, dies funktionierte bei den Schweizern leider nicht.
Am Ende des Spiels waren wir doch ein wenig enttäuscht. Man erhoffte sich zumindest, dass man ein knapperes Resultat nach Hause bringen könnte. Die Stimmung in der Halle mit den vielen Zuschauern und mit dem Wissen im Kopf, dass dies das letzte Spiel des insgesamt grossartigen Turniers - auf wie neben dem Platz - war, löste grosse Emotionen aus.
Abschliessend kann das Schweizer Team mit dem Geleisteten sehr zufrieden sein. Die Lücke zu den Top drei Teams wurde mehr oder weniger erfolgreich geschlossen. Natürlich fehlt dann noch das eine oder andere Stück um diese Nationen richtig ärgern zu können, dennoch trägt das regelmässige Grossfeldtraining Früchte und es sind alle sehr motiviert, so weiter zu gehen. Speziell muss man den Teamgeist untereinander hervorheben - vielleicht war er aus dieser Sicht sogar das beste Turnier.
Text: Benjamin Scheiwiller, Gabriel Haupt
Prag Wheel Open 2014
Zum 2.ten Mal nach 2012 waren wir dieses Jahr in Prag an den Wheel Open. Ein Turnier für Clubmannschaften. Aus 10 Spieler davon 2 Torhüter aus den Rollstuhlclubs Zürich, Thurgau und St. Gallen setzte sich unser Team Switzerland zusammen.
Da in diesem Jahr nur in einer Halle gespielt wurde, war der Terminplan ein wenig komisch. Am Donnerstag hatten wir nur ein Gruppenspiel am Abend um 17:15Uhr, die restlichen am Freitagmorgen.
Doing die uns schon bekannt war als Gewinner des Turnieres von 2012 war unser erster Gegner. Demensprechend wussten wir was uns erwartet. 6:0 war dann auch das standesgemässe Resultat.
Da die anderen Mannschaften schon mehr gespielt hatten wussten wir in etwa welche Chancen wir gegen Sie besassen. Das erste Spiel am Freitagmorgen war eher eines der Sorte verteidigen. Gegen Tatran verloren wir mit 5:0.
Gegen Basset den 2 Gegner am Freitag rechnet wir uns aufgrund der schon gespielten Paarungen durchaus Chancen aus. Uns gelang dann auch unser erstes Tor in diesem Turnier. Leider konnten wir die Führung nicht ausbauen und mussten dann auch noch den Gegentreffer einstecken. Unser erster Punkt im Turnier war uns mit diesem 1:1 Schlussresultat aber sicher.
Im letzten Gruppenspiel trafen wir auf SKH Meteor. Diese Mannschaft hatte bisher alle Spiele verloren. Da unser erstes Ziel im Turnier war, die Gruppenphase zu überstehen, war klar dass wir dieses Spiel um keinen Preis verlieren durften. Wir setzten Sie dann von Anfang an unter Druck. Schon nach kurzer Zeit schossen wir dann unser erstes Tor. Kurz darauf folgen das 2:0 und das 3:0. Bevor Metor doch noch ein Tor schoss erzielten wir aber noch unser 4tes Tor. Der Pausenstand von 4:1 stimmte uns zuversichtlich. Auch in der zweiten Halbzeit wollten wir aber nicht zurückstecken und griffen weiterhin an. Uns gelang dann noch das Tor zum Schlussresultat von 5:1. Somit war unser erstes Ziel schon mal erreicht.
Dies bedeutete, dass wir in unserer Gruppe vierter geworden sind und damit am Nachmittag noch einen Viertelfinal zu bestreiten hatten. Der Gegner Nacka HI aus Schweden war der Gewinner der anderen Gruppe. Seines Zeichens Titelverteidiger vom Prag Wheel Open 2013.
Anstelle von 2 x 15min wie in den Gruppenspielen waren hier 3 x 15min zu absolvieren. Wie nicht anders zu erwarten war hatten wir gegen den Vorjahressieger nicht den Hauch einer Chance und gingen mit 11:0 unter.
Da alle Teams aus unserer Gruppe ihr Viertelfinalspiel verloren hatten, mussten wir im Halbfinale um Platz 5 nochmals gegen Tatran antreten. Eigentlich war das Ziel mal ein paar Tore zu erzielen. Auch wenn das auf Kosten der defensiven Stabilität geht. Entweder war der Besuch der tschechischen Brauerei am Vorabend oder die frühe Anspielzeit um 08:00 schuld, dass wir auch dieses Spiel hoch mit 10:1 verloren. Ein wenig zu viel des guten.
Zu guter Letzt spielten wir wieder gegen Basset Most um den 7 Platz. Da wir im Gruppenspiel ein Unentschieden gegen denselben Gegner erreichten, rechneten wir uns durchaus Chancen aus dieses Spiel gewinnen zu können. Wir starteten aber schlecht und waren bald 2:0 hinten. Nach dem Anschlusstreffer zum 2:1 kamen neue Hoffnungen auf und wir konnten ausgleichen. Dann wurde dieses Spiel zum wahren Krimi. Basset legte vor wir zogen nach so stand es eine Minute vor Schluss 4:4. Basset schoss dann leider noch ein Tor auf das wir nicht mehr reagieren konnten. So verloren wir das Spiel um Platz 7 äusserst knapp und platzierten uns auf dem 8. Schlussrang.
Fazit:
Die wenigen Trainings die wir auf dem Grossfeld durchführen konnten haben doch schon ein wenig Wirkung gezeigt. Wenn man bedenkt das wir die einzige Mannschaft waren die nicht in einer Meisterschaft spielt, können wir doch zufrieden sein was wir erreicht haben.
Aber es ist auch klar dass wir sehr viel Luft nach oben haben und zwar in jedem Bereich. Wir werden auf jeden Fall fleissig weitertrainieren.
Im nächsten Jahr, am 25./26. April 2015 organsiert der RC Thurgau zusammen mit Floorball Thurgau ein internationales Unihockey Turnier in Nottwil. Dort wollen wir einen guten Eindruck hinterlassen.
Schlussrangliste Prag Wheel Open 2014:
1.FBC UNITED ČB (CZ)
2.Wheel Wolf (POL)
3.Nacka HI (SWE)
4.Kennemer Keien (NL)
5.TJ Tatran Střešovice (CZ)
6.Doing SV Zoetermeer (NL)
7.Basset Most (CZ)
8.Team Switzerland (CH)
9.SKV Comap Team Praha (CZ)
10.SKH Meteor Plzeň (CZ)
Paragames Breda 2013
Rollstuhl Unihockey existiert in der Schweiz bisher nur als Breitensport. Trotzdem nahm schon zum zweiten Mal ein Team aus der Schweiz an einem Internationalen Turnier teil. Letztes Jahr in Tschechien an den Prag Wheel Open, einem Clubturnier. Dieses Jahr im Oktober in Breda an den Paragames, einem Länderturnier. Insgesamt 11 Spieler vom RC Zürich, RC St. Gallen und RC Thurgau bildeten das Team Switzerland.
Im Vergleich zu der Schweiz spielt man international auf dem Grossfeld mit 5 Spielern plus Torwart.
Auch sind die Regeln ein wenig anders als bei uns auf dem Kleinfeld. Es gelten die offiziellen Regeln der IFF (International Floorball Federation) dazu gibt es ein paar Erweiterungen für Rollstuhl spezifische Belange.
Mangels Zeit und Trainingsmöglichkeiten, sind wir mit bloss einem einzigen Grossfeldtraining nach Breda gefahren. Uns wurden dann die Grenzen schnell aufgezeigt. Gegen die grossen 3 Nationen Schweden, Holland und Tschechien hatten wir keine Chancen. Wir sind mit Deutschland und Belgien etwa auf selben Niveau. Etwas Spezielles waren die Kanadier, die mit Pat Anderson antraten, auch bekannt als der weltbeste Rollstuhl Basketballer.
Nach klaren Niederlagen gegen die Grossen drei und Kanada verloren wir das Spiel gegen Belgien ganz knapp und erreichten gegen Deutschland ein 1:1 unentschieden. Am Finaltag durften wir dann gegen ein Nachwuchsteam aus Holland spielen. Dieses Spiel gewannen wir zum Abschluss mit 4:3.
Im Spiel um Platz 3 zeigten die Kanadier gegen Holland ihren unglaublichen Kampfeswillen und schossen trotz eines 6:0 Rückstands im letzten Drittel noch 3 Tore. Den Final liessen den Schweden dann ihre ganze Klasse aufblitzen und liessen den Tschechen nicht den Hauch einer Chance. Sie gewannen gleich mit 8:0
Unsere Gegner fragen uns immer, wieso es nicht mehr Rollstuhlunihockey Spieler in der Schweiz gibt. Die Schweiz sei doch eine Hochburg des Unihockeys sowohl im internationalen Vergleich als auch im Breitensport. Ja und ich weiss es eigentlich auch nicht. Auf jeden Fall hatten wir trotz den vielen Niederlagen auch unseren Spass in Breda. Wenn wir aber wieder international vertreten sein wollen müssen wir das nächste Mal sicher ein paar Trainings auf dem Grossfeld einlegen.
In Schweden, Holland und Tschechien ist Unihockey der beliebteste Rollstuhl Mannschaftssport. In diesen Ländern gibt es nationale Meisterschaften. Davon sind wir noch weit weg. Bei uns wird in diversen Clubs regelmässig Unihockey gespielt. Aber wir hoffen dass es in Zukunft vermehrt auch in anderen Clubs in der Schweiz Unihockey gespielt wird. In der Schweiz gibt es im Jahr in der Regel vier Turniere (Domat-Ems, Volketswil, Nottwil und Frauenfeld).
Prag Wheel Open 2012
Vorbereitung
Schon zum wiederholten Male wurden wir angefragt für ein internationales Turnier. Diesmal für die Prag Wheel Open. Das Datum Anfangs August war in diesem Jahr optimal gelegen.
Zu den sechs Zürchern Spieler Stefan, Benji, Hansruedi, Felix, Jan und Lars gesellten sich mit Monika von den Thurgauern, Christian und Enver aus St. Gallen drei weitere Spieler hinzu. Dazu kam Antonella als Betreuerin. Als Team Switzerland meldeten wir uns für das Turnier an. Im Vorfeld trainierten wir noch dreimal zusammen um uns ein wenig zu finden.
Insgesamt nahmen 14 Teams teil. 8 aus Tschechien, 4 aus Holland (wobei de Pont dann doch nicht erschien), eines aus Polen und wir aus der Schweiz.
Am Mittwoch 8. August reisten wir mit einem Minibus vollgestopft mit Sportrollstühlen und Gepäck und 2 privaten Autos an. Für die moralische und Stimmliche Unterstützung war auch die Familie Frohofer dabei. TOP Hotel hiess unsere Unterkunft in Prag. Wobei TOP da wohl reichlich übertrieben ist. Gross genug waren die Zimmer auf jeden Fall. Aber egal, unser Ziel war ja die Sporthalle.
Erster Spieltag
Am Donnerstag um 09:00 begannen die Spiele. Da wir erst das 4 Spiel zu bestreiten hatten, nutzen wir die Zeit um die Gegner zu studieren. Die meisten von ihnen spielen mit längeren Stöcken als wir das gewohnt sind. Wir sahen aber durchaus Chancen dass wir gegen das eine oder andere Team bestehen konnten.
Unser erster Gegner war das ComAp Team aus Prag. Sie hatten ihr erstes Spiel locker gewonnen. Wir wussten also dass sie eher eines von den stärkeren Teams waren. So kam es dann auch, dass wir am Anfang Recht Mühe hatten mit ihren langen Stöcken. Mit diesen konnten sie von weit her sehr präzise schiessen.
Wir gerieten auch 2:0 in Rückstand, konnten aber immer mithalten und hatten auch unsere Chancen. Eine davon, ein Querpass von Enver konnte Stefan aus der Luft direkt versenken. Danach bauten wir Druck auf und 6 Sekunden vor Schluss wurde Stefan bei der Schussabgabe unfairer Weise auf den Stock geschlagen. Verdikt: Penalty. Doch leider vergab Stefan diesen kläglich, sodass wir mit einer knappen 2:1 Niederlage gegen einen Mitfavoriten starteten.
Das zweite Spiel war gegen Meteor Plzen, vom Auftreten in ihrem ersten Spiel, durchaus in unserer Reichweite, dachten wir. Doch schon bald lagen wir zurück. Sie schossen aus grosser Weite und zu unserem Pech trafen Sie sehr gut. Obwohl wir eigentlich Feldüberlegen waren konnten wir daraus zu wenig Ertrag erzielen. Nachdem Monika den 4:5 Anschlusstreffer erzielte, drückten wir gewaltig auf den Ausgleich. Aber ein Pressschlag vor unserem Tor flog unglücklich über Hansruedi unseren Torhüter hinweg zum 6:4 Endresultat für Plzen.
Für den Moment waren wir am Boden zerstört. Eigentlich waren wir fahrerisch dem Gegner klar überlegen, aber hier zahlten wir bitteres Lehrgeld.
Das Mittagessen war dann Sportlernahrung pur. Pizza. Kaum ein paar Stücke gegessen mussten wir schon wieder ran. Da ein Team nicht gekommen ist, gab es nur eine kurze Pause.
Die Bulldogs aus Brno waren unsere Gegner. Christian und Benji begannen in der Verteidigung. Vorne die Jugend mit Jan, Lars und Felix. Die Jungs machten mächtig Dampf und konnten dann auch das 1:0 erzielen. Das erste Mal an diesem Turnier waren wir in Führung. Doch dann gleich ein weiterer Tiefpunkt. Lars hatte es nicht gelernt und hielt wieder den Stock zur Unzeit in die Höhe. Schon die zweite 2 Minuten Strafe für ihn. Also verteidigen war angesagt. Doch dann ein Konter Jan auf der rechten Seite durch, Felix Links vor dem Tor. Pass, Schuss, 2:0. Die Ersatzspieler und unsere Fans, die Familie Frohofer tobten auf den Rängen. Dieses 2:0 hielt dann auch bis zur Pause. Nach der Pause wechselten wir die Sturmformation aus, die Jungs hatten auch wahnsinnig Gas gegeben in den ersten 15 Minuten. Nun war es Zeit für die Routiniers. Monika, Enver uns Stefan kam mit dem Ziel das 2:0 zu verteidigen. Es gelang auch relativ gut. Aber einer dieser weiten scharfen Schüsse, landete genau unten rechts unhaltbar im Tor zum 2:1. Nun machten die Bulldogs Druck. Doch ein Abpraller landete bei Stefan der alleine auf Tor ziehen konnte. Fast ein Penalty. Diesmal behielt er die Nerven und versenkte zum 3:1. Nur noch wenig war zu spielen als der Ball in unserem Torraum liegen blieb. Einen kurzen Augenblick gezögert, und schon schob ein Gegner den Ball über die Linie(bei unseren Schweizer Regeln wäre das spielen im Torraum nicht erlaubt). Die letzten paar Sekunden überstanden wir dann aber doch noch und so stand unser erster Sieg fest. Das letzte Spiel des Tages wäre gegen de Pont gewesen, aber die waren ja bekanntlich nicht anwesend.
Zweiter Spieltag
Am zweiten Tag hiess unser erster Gegner, de Watergeuzen aus Holland. Gemäss Aussage von Turnier Organisator Dominik Drahonínský der klare Favorit in unserer Gruppe. Wir nahmen uns vor heute noch ein Spiel zu gewinnen damit wir noch eine Chance auf weiterkommen hatten. Doch die Holländer nahmen uns nach Strich und Faden auseinander. Wir hatten null Chancen. Erstens spielen Sie perfekt zusammen. Sie sind schnell, wendig und trickreich. Zudem kamen die langen Stöcke. Da konnte man vor einem Gegner stehen ihm die Schussbahn zumachen, dann nahm er einfach den langen Stock auf die andere Seite und knallte den Ball Richtung Tor. Hansruedi hatte zudem auch nicht seinen besten Tag. Am Schluss stand es 11 zu 1. Ja wir haben tatsächlich ein Tor geschossen gegen die. Eigentlich gut und schön gemacht von Jan. Aber wenn du 11 kassierst ist das ein kleiner Trost.
Wir waren danach ein Moment ein wenig ratlos vielleicht sogar geschockt. Antonella unsere Betreuerin und gute Fee versuchte uns zu trösten. Wir rappelten uns dann wieder auf, schliesslich hatten wir noch ein Spiel vor uns. Es bestand immer noch die Chance dass wir uns für den Viertelfinal qualifizierten. Der Gegner FBC ABAK Ostrava spielte mit 2 riesen Türmen, in ihren hohen Basketball Rollstühlen überragten Sie uns sicher um mehr als einen Kopf. Und zudem waren sie der Titelverteidiger, da sie letzes Jahr das Prag Wheel Open gewannen. Aber wir glaubten natürlich an unsere Chance. Enver kümmerte sich um den einen grossen Center, unsere Verteidiger Benji und Christian versuchten den anderen in den Griff zu bekommen. Vorne versuchten Stefan und Monika ein Tor zu erzielen. Ostrava war es aber die 1:0 in Führung gingen. Enver konnte ausgleichen zum 1:1. Wiederum ging Ostrava in Führung. Den 2:2 Ausgleich erledigt Ostrava aber gleich selbst. Jan setze den grossen 28er unter Druck der passte in die Mitte dort prallte der Ball vom eigenen Mitspieler ins Tor. So ging es jetzt weiter Ostrava 3:2 Team Switzerland 3:3, Ostrava 4:3. Leider blieb es dann bei dieser knappen Niederlage. Dies bedeutete das aus in der Gruppenphase.
Enttäuscht und Müde mussten wir uns aber den Tatsachen stellen. Wir nahmen es trotzdem gelassen und machten das Beste daraus. Die einten nutze die Gelegenheit um sich ein Fussballspiel der tschechischen Meisterschaft anzuschauen. SK Slavia Praha - SK Sigma Olomouc. Andere machten Prag auf andere Weise unsicher.
Finaltag
Den unbeabsichtigten freien Tag am Samstag nutzen wir dann am Morgen für eine kleine Stadtbesichtigung. Am Nachmittag waren wir dann rechtzeitig zu den beiden Finalspielen in der Sporthalle in Radotin. Das Spiel um Platz 3 gewann das ComAp Team gegen die wir in unserem ersten Spiel fast ein Unentschieden erreicht hätten. Das Finale gewann Doing aus Holland gegen Tatran Střešovice mit 2:0.
Im Anschluss an den Final fand die Siegerehrung statt, mit Gruppenfoto von allen Teilnehmern.
Am Abend stand noch die Tournament Party im Hotel auf dem Programm. Ein leckeres Buffet war angerichtet. Wir liessen es uns schmecken. Tabularasa war das Stichwort zu intensiven Diskussionen, vor allem zwischen Monika und Lars, über die sprachlichen Eigenheiten und Mentalitäten diverser Regionen der Schweiz. Am späteren Abend knüpfte unsere Jugendfraktion noch Kontakte mit einigen Holländern.
Fazit
Ausser dem Spiel gegen de Watergeuzen, waren eigentlich alle unsere Spiele eine knappe Sache. Wir konnten fahrerisch und konditionell mehr oder weniger mithalten. Zusammenspiel, Raumaufteilung ist noch ein grosses Problem bei uns. Auch stocktechnisch müssen wir noch zulegen. Die langen Stöcke müssen wir sicher ausprobieren. Mit unseren kurzen hat man in entscheidenden Phasen einfach zu wenig Reichweite.
Der letzte Platz als Schlussresultat ist natürlich eine Enttäuschung. Aber fürs erste Mal können wir eigentlich recht zufrieden sein. Erhielten wir doch auch einige Komplimente von unseren Gegnern. Wir sind gewillt uns zu verbessern und auch in naher Zukunft wieder an internationalen Turnieren teilzunehmen. Es wäre schön wenn Unihockey bei uns in den Schweizer Rollstuhl Clubs wieder vermehrt gespielt würde. Auch sollten wir gewisse Regeln wie blocken, Stockschlag oder spielen im Torraum in unser Reglement aufnehmen. Nur wenn wir mit den gleichen Regeln spielen und trainieren, können wir in Zukunft auch international mithalten.
